Der Pfaffenhof Erbstadt als Raum für Kultur und musikalische Veranstaltungen:

Der sanierte Pfaffenhof stellt das bekannteste Baudenkmal in Erbstadt dar. Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Belebung bekam neben anderen Nutzern die Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden die Möglichkeit, in zwei Räumen zu unterrichten. Auf Initiative der Bürgerstiftung Nidderau entstand daraus die Idee, im zentralen und größten Raum des Herrenhauses ein Solistenkonzert zu veranstalten. Zwar ist die Möglichkeit der Bestuhlung begrenzt und nicht jedes Klavier passt durch den Türrahmen (Voraussetzung sind vier starke Träger!), doch ging die Musikschule auf den Vorschlag ein.

Ende November stellten sich einige jugendlichen Kulturförderpreisträger der letzten Jahre, sowie Pianisten, die Unterricht im Gebäude erhalten, einem Publikum von etwa 40 Personen vor. Mit den Worten: „Sie werden hören, das wir in Nidderau schon einiges zu bieten haben.“ begrüßte Musikschulleiter Christoph Möller neben Horst Körzinger (Bürgerstiftung), Dr. Heike Lasch (Förderverein der Musikschule) und Helmut Gockert (Ortsbeirat Erbstadt) alle Anwesenden.

Als Erster trat der Kulturförderpreisträger 2025 Nicolas Friedrich vor das Publikum. Der Multi-Instrumentalist interpretierte an diesem Abend ausschließlich Werke für Klarinette. Mit klassisch-romantischen Werken von Iwan Müller (Romanze aus der Serenade B-Dur), dem Andante aus der Klarinettensonate von Felix Mendelssohn und einem dem KV 439b (Anhang KV 229) entstammenden „Allegro“ aus dem 4. Divertimento von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte Nicolas Friedrich seine großen Möglichkeiten. Valentin Haller übernahm bei allen Beiträgen des Konzertes die Korrepetition. Mit dem Klavierduo Helen Vu und Leon Craul spielten nun zwei sehr junge Pianisten. Sie bezauberten durch ein traditionelles „Lied aus der Ukraine“ und den „Taucher-Ragtime“ von Elias Davidson.

Es folgte ein weiterer Schüler aus der Klasse von Ann Bernstein, die die Organisation des Konzertes übernommen hatte. Philipp Linhart (*2008), interpretierte seine eindrückliche Eigenkomposition „Thunderstorm“. Mit Sarah Scheuring aus der Klasse von Manfred Fischer war eine begabte junge Gitarristin zu erleben, die mit der „Romanze vom Wind“ von Germano Cavazolli und „Open Air“ komponiert von Fabian Payr eine weitere Klangfarbe ins Konzert brachte. Den nächsten Beitrag steuerte Pianist James Muggleworth (Klasse Ann Bernstein) bei. Er spielte mit großem Nachdruck und Ernsthaftigkeit „Wichtige Begebenheit“ und „Fürchtenmachen“ aus Robert Schumanns ‚Kinderszenen‘.

Nun standen noch zwei Kulturförderpreisträger vergangener Jahre auf dem Programm: Zunächst der Cellist Henri Dinse (Klasse Simon Ullmann) mit dem 1. Satz aus dem Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur von Joseph Haydn. Mit großem Ton und höchster Konzentration verstand er, sein Publikum zu fesseln. Zum Schluss begeisterte der Geiger Dorian Hecktor aus der ehem. Klasse Anne Paul das Publikum mit „Der Sommer“ aus Vivaldis ‚Vier Jahreszeiten‘. Das Solistenkonzert zum 1. Advent zeigte eine sehr gute Raumakustik und Horst Körzinger regte an, daraus eine Konzertreihe entstehen zu lassen.