Ein Abend voller Klangfarben aus fremden Ländern – Der Fachbereich Klavier der Musikschule veranstaltete im Bürgertreff Kilianstädten sein jährliches Fachbereichskonzert, das nicht nur das Klavier in den Mittelpunkt stellte, sondern zudem durch künstlerische Elemente beeindruckte. Zur Illustration der Musik wurden eigene Zeichnungen, Fotos, Gedichte und Filmsequenzen der jungen Interpretinnen und Interpreten auf eine Leinwand projiziert.

Dabei reichte das Programm von der lyrischen Miniatur „Von fremden Ländern und Menschen“ Robert Schumanns mit Theo Sandvoß am Flügel bis zu der mit einem Schneesturm illustrierten „Etüde op. 25 Nr. 11“ von Frédéric Chopin, mit der Tim Bernhardt den Schlusspunkt des Abends setzte. Neben der virtuosen Herausforderung durch Rimsky-Korsakoffs „Hummelflug“, gespielt vom Nidderauer Kulturförderpreisträger Nicolas Friedrich, fanden sich die berühmte „Gnossienne Nr.1“ von Erik Satie mit Lucas
Linssen und ein „Calypso“ mit Niel Varughese. „Ich war aufgeregt, musste der letzte Ton doch genau auf die Szene auf der Leinwand passen,“ meinte Leon Craul, der gemeinsam mit Helen Vu ein ukrainisches Lied und den mit einer Spielzeugfigur illustrierten „Taucher-Ragtime“ vierhändig präsentierte.

Auch Filmmusik fand ihren Platz: Mit Yann Tiersens „La Dispute“ aus ‚Die fabelhafte Welt der Amélie‘ sorgte Vincent Straub für besondere Momente, das „Pink Panther Theme“ hatte sich Yvonne Yu ausgesucht. Freya Straub verarbeitete mit der Eigenkomposition „Le Mont Saint-Michel“ Urlaubserlebnisse, wunderschönen Fotografien versetzten dazu ins Grenzland zwischen Normandie und Bretagne. Elena Schlögel hatte zu William Gillocks „Holidays in Paris“ eine fotografische Führung durch die französische Hauptstadt zusammengestellt. Einen grünlichen „Meergeist“ – Vortragsetüde aus der Feder des Dänen Ludvig Schytte – hatte Leonard Mörschel mitgebracht. Mit dem „Marsch der Zwerge“ amüsierten die Geschwister Yvonne und Kaiwen Yu vierhändig das Publikum.

Mari Luz Kotte Diaz hatte sich mit „Andaluza Nr. 5 von Enrique Granados einen spanischen Tanz ausgesucht, den die angeleuchtete Figur einer kleinen Flamenco-Tänzerin illustrierte. Noel Woloszyn berührte nicht nur mit seiner reifen Interpretation von Chopins „Prelude op. 28, Nr. 4“, sondern auch mit seinen Zeichnungen, die den Krieg und die Hoffnung auf Frieden thematisierten. Danach hatte sich Lana Ripkens aus Sergei Prokofjews Ballett „Romeo und Julia“ den „Tanz der Ritter“ vorgenommen. Die Ballszene findet im Haus der Familie Capulet zur Karnevalszeit statt und so illustrierte eine mit unzähligen Details verzierte Maske den sehr überzeugenden Vortrag. Durch Fotos javanisch-balinesischer Hindu-Tempel inspirierte Antonia Thomalla in dem von ihr gespielten „Fragmen“, einem Werk des indonesischen Pianisten und Komponisten Jaya Suprana, die filigranen Dachkonstruktionen dieser Bauwerke auch in der Musik zu entdecken.

Ein besonderen Dank sprach Musikschulleiter Christoph Möller nicht nur den kreativen jungen Künstlerinnen und Künstlern, sondern auch den Dozentinnen und Dozenten des Fachbereichs Klavier aus, ohne die der beeindruckende Abend nicht zustande gekommen wäre: Ann Bernstein (Leitung), Anna Mixa, Paula Sonnenmoser, Kerstin Helfricht, Annabella Vales, Leandro Christian und Valentin Haller. Mit diesem Konzert verabschiedet sich der Fachbereich Klavier aus dem Jahr 2025 und freut sich auf viele Begegnungen im kommenden Jahr.