Traditionell ist die Gitarrenmatinée – dieses Mal im Dorfgemeinschaftshaus Oberdorfelden – das letzte Konzert unserer Musikschule vor den Sommerferien.
Bei brütender Hitze gaben die Schülerinnen und Schüler der Klassen David Kvaratskhelia, Christoph Schneider, Christoph Roßbach und Manfred Fischer jedoch alles, um vor dem Publikum zu glänzen. Der Fachbereich Gitarre hatte in den letzten Jahren mit dem Weggang langjähriger Dozenten zu kämpfen, ist im Wiederaufbau begriffen und konnte nun einen repräsentativen Querschnitt der musikalisch-pädagogisch Arbeit durch alle Altersstufen zeigen. Vertreten waren neben den Spielern akustischer Gitarren erfreulicherweise auch einige junge E-Gitarristen.
David Kvaratskhelia eröffnete mit seinen Schülerinnen und Schülern – den Jüngsten – das Konzert: „Hans mein Sohn, was machst Du da?“ musizierten Simon Hatzelmann, Gabriela Munteanu und Isabella Fernandes gemeinsam, „Sascha liebt nicht große Worte“ mit Rafael Bast und „Love me Tender“ mit Elias Herrmann unterstützte David Kvaratskhelia. Bei „Der Jongleur“ bildeten alle fünf Kinder ein Ensemble, das von den Anwesenden mit viel Applaus bedacht wurde.
Aus der Klasse von Christoph Schneider, der seine Schüler ebenfalls begleitete, folgten die E-Gitarristen Tom Scheftschik mit „Old MacDonald“ und „Ev’ry Time“ und Emilie Weyel, die sich das Traditional „The Gambler“ und den Beatles-Song „All My Loving“ vorgenommen hatte.
Danach spielte die Klasse Christoph Roßbach: Zunächst musizierte Moritz Waltersdorf (E-Gitarre) Metallica’s „Enter Sandman“ und Louie Gaeta Schröder zupfte ein Menuett von Johann Krieger. Mit „Canario“, einer barocken Komposition von Carlo Calvi traten Charlotte Münzner und ihr Lehrer vor das Publikum. Ihnen folgte Lias Streisel mit einem klassischen „Andantino“ von Matteo Carcassi, ein Stück, das wohl jeder Gitarrist kenne, wie Christoph Roßbach anmerkte. Anika Munkow spielte danach hochkonzentriert und sehr gefühlvoll die reizvollen Jazz-Rock-Balladen „Lake Tahoe“ und „Ian“ von Fabian Payr.
Schließlich kamen aus der Klasse von Manfred Fischer Sven Niggemann und Sarah Scheuring an die Reihe. Als Student ist Sven Niggemann ein Beispiel dafür, dass Musikschulunterricht nicht mit der Aufnahme eines Studiums oder einer Berufsausbildung enden muss. Er hatte sich zunächst das Renaissance-Stück „Hupfauf“ von Hans Neusiedler vorgenommen, es folgte mit „Anji“ ein bekannter Folk-Blues-Standard. Als letzte Interpretin des regulären Programms stellte sich Sarah Scheuring mit einer „Musette“ von Johann Sebastian Bach und „La Paloma“ in einer romantischen Bearbeitung von Francisco Tarrega vor.
Und dann gab es wider Erwarten zum Abschluss doch noch ein Ensemblestück zu hören: Christoph Roßbach hatte mit Lukas Kalbhenn, Joschua Sulzbach, Charlotte Münzner, Lias Streisel und Anika Munkow extra für diese Matinée „Irische Segenswünsche“ von Markus Pytlik einstudiert.